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Wochenbett-Tipps: wie die erste Zeit nach der Geburt leichter wird

25. August 20266 Min. LesezeitMOON Redaktion
Mutter kuschelt mit ihrem Baby auf dem Sofa
Kapitel

Das Baby schläft in seinem Bettchen neben dir, auf dem Nachttisch steht ein Glas Wasser, und eigentlich wolltest du nur kurz die Augen zumachen. Die meisten Wochenbett-Tipps laufen auf denselben Satz hinaus: Erholung ist in diesen Wochen die Aufgabe, nicht die Belohnung. Ein Körper kommt nach einer Geburt zurück, und eine Familie sortiert sich neu. Beides braucht Wochen, nicht Tage.

Was in dieser Zeit hilft, ist selten kompliziert. Es scheitert nur oft daran, dass niemand es vorher besprochen hat.

Die Hebamme ist im Wochenbett deine erste Ansprechpartnerin

Begleitet von Anfang an.

Die Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme ist eine Leistung der Krankenkasse und der wichtigste Anker dieser Wochen. In den ersten zehn Tagen nach der Geburt sind tägliche Besuche vorgesehen, ab dem elften Tag bis zur zwölften Lebenswoche sind weitere Termine möglich. Abgerechnet wird direkt mit der Kasse.

Such dir die Hebamme früh in der Schwangerschaft, in vielen Regionen sind die Kalender lange im Voraus belegt. Deine Hebamme schaut auf Rückbildung und Wundheilung, wiegt das Baby, hilft beim Stillen und ist die Person, der du nachts um drei Fragen stellen kannst, ohne dich zu blamieren.

Wochenbett-Tipps für die ersten Tage

Nah bei deinem Baby, mitten im Bett.

Die ersten Tage gehören ins Bett oder aufs Sofa, mit dem Baby in Reichweite. Aufstehen, um zu essen und ins Bad zu gehen, reicht als Programm. Was liegen bleibt, bleibt liegen.

Praktisch heißt das: Essen vorkochen und einfrieren, bevor das Baby da ist. Eine Einkaufsliste an den Kühlschrank, die Besuch mitbringen kann. Und eine klare Absprache, wer im Haushalt was übernimmt, getroffen vor der Geburt, nicht danach.

Besuch, der kocht und die Waschmaschine ausräumt, ist Hilfe. Besuch, der bewirtet werden will, ist Arbeit.

Es ist völlig in Ordnung, Besuch zu vertagen. Zwei Wochen später freuen sich alle genauso, und du hast in der Zwischenzeit geschlafen.

Aufgaben teilen: was Partner und Familie übernehmen können

Im Wochenbett läuft vieles leichter, wenn die Aufgaben vorher verteilt sind. Wer nicht entbunden hat, kann fast alles übernehmen, was nicht mit dem Stillen zu tun hat: wickeln, das Baby nach dem Trinken tragen, einkaufen, kochen, Wäsche waschen und Besuch empfangen, aber auch wieder verabschieden.

Auch kleine Dinge entlasten: das Wasserglas auffüllen, die Termine mit der Hebamme im Blick behalten, nachts das Baby zum Stillen bringen und danach wieder hinlegen. So bleibt dir mehr Zeit für Erholung und für die ersten ruhigen Stunden mit deinem Baby.

Haushaltshilfe im Wochenbett über die Krankenkasse

Kann im Haushalt niemand einspringen, gibt es Unterstützung von außen. Nach § 24h des Fünften Sozialgesetzbuchs erhalten Versicherte eine Haushaltshilfe, wenn ihnen wegen Schwangerschaft oder Entbindung die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist und auch keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt weiterführen kann.

Den Antrag stellst du bei deiner gesetzlichen Krankenkasse. Dazu gehört eine Bescheinigung von Ärztin, Arzt oder Hebamme, die bestätigt, dass eine Haushaltshilfe nötig ist, in welchem Umfang und wie lange voraussichtlich. Am einfachsten fragst du schon vor der Geburt bei deiner Kasse nach, welche Unterlagen sie sehen möchte.

Was der Körper in dieser Zeit braucht

Der Wochenfluss, die Rückbildung der Gebärmutter und die Wundheilung laufen über Wochen. Schmerzen, Fieber, plötzlich stärkere Blutungen oder eine gerötete, überwärmte Brust sind Anlass, die Hebamme oder die Ärztin anzurufen, nicht Anlass zum Abwarten.

Trinken, essen und schlafen klingen banal und werden im Wochenbett trotzdem am häufigsten vergessen. Eine gefüllte Wasserflasche an jedem Platz, an dem gestillt wird, löst das Problem verlässlicher als jeder Vorsatz.

Rückbildung zum richtigen Zeitpunkt

Mit gezielter Rückbildungsgymnastik beginnt man frühestens etwa sechs Wochen nach der Geburt. Klassische Rückbildungskurse starten meist nach der Nachuntersuchung, also rund sechs bis acht Wochen danach. Nach einem Kaiserschnitt dauert es bei guter Wundheilung eher zehn bis zwölf Wochen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zehn Einheiten Rückbildungsgymnastik, wenn der Kurs bis zum Ende des neunten Monats nach der Geburt abgeschlossen ist. Kursleitung ist eine Hebamme oder eine anerkannte Physiotherapeutin, abgerechnet wird direkt mit der Kasse.

Vorher hilft vor allem, den Beckenboden nicht zu belasten: schwer heben vermeiden, beim Aufstehen über die Seite rollen und Sport verschieben, auch wenn es sich schon wieder gut anfühlt.

Wenn die Stimmung kippt

Du musst das nicht allein tragen.

Ein paar Tage nach der Geburt weinen viele Frauen ohne konkreten Anlass. Diese Phase geht meist von selbst vorbei. Halten die Niedergeschlagenheit, Erschöpfung oder Ängste über Wochen an, oder kommt das Gefühl dazu, keinen Zugang zum Kind zu finden, gehört das besprochen, mit der Hebamme, der Frauenärztin oder der Hausärztin.

Das ist kein Versagen und kein seltener Sonderfall. Je früher jemand davon weiß, desto einfacher ist die Hilfe.

Raus an die frische Luft, wenn du so weit bist

Irgendwann wird der erste Spaziergang zum Thema. Wann das ist, entscheidest du gemeinsam mit deiner Hebamme, und der erste Weg darf kurz sein: einmal um den Block reicht völlig. Was dabei hilft und worauf es bei Wetter und Kleidung ankommt, steht im Beitrag Der erste Spaziergang mit Baby.

Praktisch ist, wenn der Kinderwagen vorher aufgebaut und ausprobiert ist. Im Wochenbett will niemand eine Bedienungsanleitung lesen.

Was in dieser Zeit ohnehin schon bereitstehen sollte, listet die Erstausstattungs-Liste; für den ersten Ausflug hilft Wickeltasche packen. Wie sich der Alltag mit Kind in diesen Wochen einspielt, beschreibt Die ersten Wochen mit Baby.

Häufige Fragen zum Wochenbett

Wie lange dauert das Wochenbett?

Gerechnet wird üblicherweise mit sechs bis acht Wochen. Die Hebammenbetreuung sieht in den ersten zehn Tagen tägliche Besuche vor, ab dem elften Tag sind bis zur zwölften Lebenswoche weitere Termine möglich.

Was hilft im Wochenbett am meisten?

Liegen, essen, trinken, schlafen und Hilfe annehmen. Was jemand anderes erledigen kann, darf in diesen Wochen jemand anderes erledigen.

Wann kann man mit Rückbildung anfangen?

Mit gezielter Rückbildungsgymnastik frühestens rund sechs Wochen nach der Geburt, Kurse starten meist sechs bis acht Wochen danach. Nach einem Kaiserschnitt eher nach zehn bis zwölf Wochen.

Zahlt die Krankenkasse den Rückbildungskurs?

Die gesetzlichen Kassen übernehmen zehn Einheiten, wenn der Kurs bis zum Ende des neunten Monats nach der Geburt abgeschlossen ist und von einer Hebamme oder anerkannten Physiotherapeutin geleitet wird.

Bekomme ich im Wochenbett eine Haushaltshilfe?

Wenn du den Haushalt wegen der Entbindung nicht weiterführen kannst und auch sonst niemand im Haushalt einspringen kann, sieht § 24h SGB V eine Haushaltshilfe vor. Den Antrag stellst du mit einer Bescheinigung von Ärztin, Arzt oder Hebamme bei deiner Krankenkasse.

Wie viel Besuch ist im Wochenbett sinnvoll?

So viel, wie dir guttut. Hilfreich ist Besuch, der kocht, einkauft oder aufräumt. Alles andere lässt sich ohne schlechtes Gewissen auf später verschieben.

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